"Meine Sicht der Dinge" - oder - "das muss jetzt mal gesagt werden"

 

Was ist eigentlich ein Züchter? Wenn man sich umhört, gibt es Mengen an Züchtern. Allein bei den Chihuahuas gibt es Hunderte. Da findet man "gewerbliche Züchter", "Hobbyzüchter", "Massenzüchter" und "unseriöse" Züchter. Ach ja - nicht zu vergessen, die "Vermehrer".

Für den Laien ist es oft wirklich schwer, da noch durchzusteigen. Er muss sich auf seine eigene Menschenkenntnis verlassen. Oder eben auf Zu- oder Abraten Anderer.
Und da beginnt das Problem. Obwohl doch eigentlich alle Chihuahua-Züchter das gleiche "Hobby" haben (denn schließlich sind wir ja alle "Hobbyzüchter" - oder nicht?) gönnt kaum einer dem anderen den Dreck unter den Fingernägeln. Da wird vorn herum nett gelächelt, damit man auch ja den auserwählten Welpen oder Zuchthund verkauft bekommt, und wenn man ihn dann hat, dann geht das Gehetze los ("also DA! Da würde man ja NIE WIEDER einen Hund kaufen. ZUSTÄNDE sind das da! Und keine Ahnung hat er, der böse, böse Züchter. Und überhaupt, man hat ja den Hund GERETTET! Das arme Tier! Wie schlecht er es doch hatte bei dem bösen, bösen Züchter! Und in welch schrecklichem Zustand er war! Jetzt hat er es ja ENDLICH gut!)
Solche Vorfälle gibt es leider wirklich. Und sie sind nicht die Ausnahme. Ganz im Gegenteil. Es wird gehetzt und gestänkert was das Zeug hält. Über den Dreckberg vor der eigenen Haustür wird großzügig hinweggesehen. Statt dessen zeigt man lieber mit dem Finger auf andere Züchter, um Interessenten vorzugaukeln, dass man selbst ja schließlich der einzig wahre und fähige und vor allem fehlerfreie Züchter ist. Jawohl!
Und viele Leute ziehen einfach mit. Da wird munter jedes Gerücht weitergetratscht, oft sogar noch weiter ausgeschmückt. Ob es überhaupt der Wahrheit entspricht, ist egal. Natürlich macht sich auch niemand die Mühe zu überprüfen, was an eben jenem Gerücht "dran" ist. Wieso auch? Es ist ja auch viel einfacher, alles "ungesehen" weiterzuplappern.
Manche Züchter schrecken auch nicht davor zurück, unter falschem Namen und als Kaufinteressent getarnt andere Zuchten "auszuspionieren" - um dann anschließend die haarsträubendsten Geschichten in die Welt zu setzen.
Trotzdem - ich muss es sagen, gibt es auch unter Züchtern wirkliche Freunde. Eben jene Leute, die einem vertrauen weil sie einen kennen und die nicht alles glauben, was böse Zungen so verbreiten. Doch die sind leider die Ausnahme.
Aber kommen wir zurück zum eigentlich Thema.

gewerbliche Züchter sind Züchter, die ihre Hundezucht beim Veterinäramt und auch beim Finanzamt angemeldet haben. Um gewerblich züchten zu können, benötigt man den sogenannten §-11-Schein (im § 11 b Tierschutzgesetz wird das gewerbliche Züchten und handeln mit Wirbeltieren geregelt - klingt gemein und profitgierig, ist es aber nicht.)
Wann aber brauche ich diesen §-11-Schein? Wann bin ich "gewerblicher Züchter"? Nun, eigentlich bin ich laut BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) dann gewerblich, wenn ich regelmäßig eine Sache (zu der Tiere ja leider laut Gesetz gehören) verkaufe, mit der Absicht, aus diesem Verkauf einen Gewinn zu erzielen.
Und wenn wir ehrlich sind, dann hat jeder Züchter die Absicht, mit seinen Würfen einen Gewinn zu erzielen (ob das nun klappt oder nicht, steht auf einem anderen Blatt). Sprich, selbst ein Züchter mit nur einer einzigen Hündin, die er jedes Jahr (also regelmäßig) einen Wurf bekommen lässt, ist - wenn man es ganz genau nimmt - ein gewerblicher Züchter. Denn auch er hat die Absicht, einen Gewinn zu erzielen. Denn hätte er das nicht, könnte er die Welpen ja auch verschenken oder zum Selbstkostenpreis abgeben. Das macht aber kaum einer.
Das man mit Hundezucht nicht wirklich die riesen Gewinne erwirtschaften kann, weiß auch das Finanzamt. Daher gibt es in den meisten Landkreisen die Regelung, dass eine Zucht erst ab der dritten zuchtfähigen Hündin oder bei mehr als drei Würfen jährlich als "gewerblich" anzusehen ist.
Wann aber ist eine Hündin zuchtfähig? Ganz einfach - von ihrer ersten bis zu ihrer letzten Läufigkeit. Die Zuchtbestimmungen eines Vereins bzgl. des Zuchtalters spielen dabei keine Rolle. Eine Hündin, die mit sieben Monaten in ihre 1. Hitze kommt, ist also genauso zuchtfähig wie eine dreijährige Hündin oder eine zwölfjährige Hündin, die vielleicht zum letzten Mal läufig wird. Denn rein theoretisch können alle diese Hündinnen Welpen bekommen - sind also zuchtfähig. Dabei spielt es auch überhaupt keine Rolle, ob diese Hündinnen nun reinrassig sind, Papiere haben oder nicht. Es spielt auch keine Rolle, ob der "Züchter" einen Verein angeschlossen ist oder quasi "schwarz" ohne Papiere züchtet. Auch Mischlingshündinnen sind von dieser Regelung nicht ausgeschlossen.
Nehmen wir einmal die sehr beliebte Kreuzung Yorkshire Terrier x Chihuahua. Hat nun also ein "Züchter" drei zuchtfähige Hündinnen dieser Kreuzung und "züchtet"  mit ihnen weiter, so ist er genauso gewerblich wie der Rassehundzüchter aus irgendeinem Zuchtverein.
Leider hat der Zusatz "gewerbliche Zucht" immer einen bitteren Beigeschmack bei den meisten Leuten. Warum eigentlich? Ein gewerblicher Züchter ist nichts anderes, als ein Züchter, der sich an die Gesetze hält! Und wenn man es ganz genau nimmt, ist die Mehrheit der sogenannten "Hobbyzüchter" eben eigentlich auch ein "gewerblicher Züchter".

Und damit wären wir auch schon bei den Züchtern, die sich selbst "Hobbyzüchter" nennen. Sehr oft, obwohl sie mehr als drei zuchtfähige Hündinnen in ihrem Rudel haben. Oder mehr als drei Würfe im Jahr fallen. Fragen Sie doch einfach einmal ganz genau nach. Mal sehen, ob Sie eine ehrliche Antwort bekommen.
Warum nun aber halten sich viele "Hobbyzüchter" (die es ja eigentlich gar nicht wirklich gibt, wenn wir das BGB beachten) nicht an das Gesetz? Warum melden sie ihre Hundezuchten nicht an? Ist es die Angst, vom Veterinäramt kontrolliert zu werden? Nun, ein guter Züchter hat von dort eigentlich nichts zu befürchten, wenn er seine Hunde ordnungsgemäß und artgerecht hält. Die Angst vor dem Finanzamt kann es ja kaum sein, denn wenn man einen Züchter so fragt, hat ja doch sowieso keiner von ihnen jemals auch nur einen einzigen Euro Gewinn - von daher kann auch das Finanzamt nichts von ihm fordern. Logisch, oder? Oder ist es tatsächlich die Angst vor dem Käufer? Da ja viel zu schnell (oftmals auch von eigenen Züchterkameraden) eine gewerbliche Hundezucht mit Profitgier und Massenzucht oder schlichtweg Vermehrung gleichgesetzt wird, erscheint mir diese Erklärung am sinnvollsten. Trotzdem - da hilft nur Aufklärung. Und der Zusammenhalt der Züchter. Gegenseitiges Hetzen und mit-dem-Finger-auf-andere-zeigen bringen einen da nicht weiter. Das Gesetz ist für alle da. Und seit wann ist es verwerflich, sich daran zu halten?

Massenzüchter, Vermehrer oder auch unseriöse Züchter - auch diese gibt es. Leider wird allerdings mit diesem Begriff viel zu schnell um sich geworfen. Will man einen anderen Züchter denunzieren, bezeichnet man ihn mal schnell als "Massenzüchter", "Vermehrer" oder "unseriös". Egal, wie viele Zuchthündinnen dieser Züchter hat und wie viele Würfe im Jahr bei ihm fallen. Und da die Welt sowieso schon klein, die Welt der Chihuahua-Leute aber noch viel kleiner ist, hat man ganz schnell einen Ruf weg. Sei der nun gerechtfertigt oder nicht.

Massenzucht - eigentlich ein interessantes Wort. Wo beginnt eigentliche eine "Masse"? Für manchen sind schon fünf Hunde eine "Masse". Für andere sind es fünfzig. Für wieder andere vielleicht erst hundert. Und wenn jemand z. B. dreißig Hunde hält, davon aber nur 8 Hündinnen in der Zucht sind, durch die er z. B. fünf Würfe im Jahr hat - ist das dann ein Massenzüchter? Ich denke nicht.
Und was ist mit dem Züchter, der dreißig Hunde verschiedener Rassen oder auch einer einzigen Rasse sein eigen nennt, von diesen Hunden z. B. 25 Hündinnen in der Zucht sind und von denen auch jede einmal oder auch mehrmals im Jahr einen Wurf (= mind. 25 Würfe) bekommt, ist das dann ein Massenzüchter? Hier kommt das in meinen Augen schon eher hin.
Oder der Züchter, der sich zwar offiziell an die Zuchtbestimmungen seines Vereins hält (Mindest- und Höchstzuchtalter, regelmäßiges Aussetzen der Hündin) aber inoffiziell seine Hündinnen von der ersten Läufigkeit an bei jeder Läufigkeit decken lässt? Völlig unabhängig davon, ob er nun Mischlinge "produziert" oder reinrassige Welpen (die eben dann ohne Papiere verkauft werden)? Nur des Geldes wegen? Das finde ich persönlich völlig daneben. Und das fällt für mich persönlich unter das Wort "Vermehrer".
Jedem Züchter kann einmal ein Missgeschick passieren (und ist es auch schon - wer etwas anderes behauptet hat entweder keine eigenen Rüden im Haus oder schwindelt schlichtweg - ok - Ausnahmen bestätigen die Regel, will ich gar nicht abstreiten). Das ist auch insofern nicht zu verurteilen, wenn man ehrlich und offen damit umgeht und es nicht zur Regel wird. Aber jeden dieser geplanten Würfe auf Nachfragen (hups, ertappt!) als "Ups-Wurf" zu deklarieren, nur um nicht "aufzufliegen", das geht gar nicht. Und wenn dann noch Aussagen kommen wie "oh, mein Rüde ist mir entwischt und hat aus Versehen meine Hündin gedeckt - ganze acht Mal!" dann geht mir die Hutschnur hoch. Das hat doch nichts mehr mit einem "Unfall" zu tun?!

Was ich im Zusammenhang mit "Massenzucht" noch ziemlich interessant finde: Schaut man mal in die Welt der Pferdezüchter, sieht es dort genau anders aus - ein toller, angesehener Züchter ist der, der viele Pferde und viele, viele Fohlen hat. Warum wird da eigentlich so ein Unterschied gemacht? Pferde brauchen doch genauso Pflege und Zuwendung wie Hunde!

Aber wie dem auch sei - dieser Text ist nicht dazu da, andere Züchter schlecht zu machen oder zu verärgern. Ich möchte auch nicht als Moralapostel mit mahnend erhobenem Zeigefinger dastehen. Jeder muss im Prinzip selbst wissen, was er tut. Dieser Text spiegelt nur ganz sachlich meine eigene Meinung zu diesem Thema wieder. Und wenn sich nun doch der eine oder andere Züchter auf den Schlips getreten fühlt oder sich in dem einen oder anderen Punkt wiederfindet? Nun, dann sollte er einmal überlegen, warum das so ist... (und hier ist er dann doch ein klein wenig - der erhobene Zeigefinger *zwinker*)

 

 

geklaut von Kirstens Homepage:

Gedanken über das Züchten oder
Wie man es macht, ist es falsch!
 
 
Hat ein Züchter wenig Hunde ist er ein Vermehrer, da er immer dieselbe Verpaarung wiederholt.
Hat ein ein Züchter viele Hunde, ist er ein Massenzüchter und will damit nur Geld machen.
Gibt ein Züchter aus der Zucht genommene Kastraten ab, hat er eine Hunde-Durchlaufstation.
Behält ein Züchter die Kastraten, hat er zu viele Hunde und verliert den Überblick.
Hat ein Züchter nur zwei Kastraten, sind das Alibikastraten.
Hat ein Züchter mehrere Rüden und separiert diese, hat er eine schlechte Rüdenhaltung.
Hat ein Züchter mehrere Rüden und separiert diese nicht, weiß man nicht, von wem die Welpen sind
und außerdem ist dann die Wohnung vollgepisst!
Geht ein Züchter zum Fremddecken, dann drückt er die Probleme der Rüdenhaltung den Rüdenhaltern auf; außerdem hat er ja dann nur Allerweltsstammbäume.
Gibt ein Züchter seinen Rüden zum Fremddecken frei, dann beutet er seinen Rüden aus.
Gibt ein Züchter seinen Rüden nicht zum Decken frei, will er neue Linien nicht teilen.
Hat das Haus Gebrauchtspuren von den Hunden, ist die Zucht unsauber, vor allem wenn man auch noch den Rüden riecht.
Sieht und riecht man im Haus nichts von den Hunden, sperrt er die Hunde weg und ist ein Tierquäler.
Geht ein Züchter testen, dann sieht er nur noch Erbkrankheiten.
Geht ein Züchter nicht testen, sind ihm Erbkrankheiten egal.
Redet er übers Testen, dann redet er die Rasse krank.
Redet er nicht übers Testen, dann verheimlicht er etwas.
Veröffentlicht er unangenehme Testberichte, dann kastriert er heimlich und macht mit der Nachzucht weiter.
Hat ein Züchter gesundheitliche Probleme und redet darüber, dann ist seine Zucht verseucht.
Hat er gesundheitliche Probleme und redet nicht darüber, dann verseucht er andere Zuchten und Hundehaushalte.
Hat ein Züchter mal einen Welpen verkauft, der anschließend krank wurde, macht er das immer so und alle Hunde und Welpen dieses Züchters sind krank.
Nimmt er Welpen/Hunde nicht zurück, da das Risiko für die Stammhunde und deren Welpen zu groß ist, dann ist es ihm egal, wie es den von ihm gezüchteten Tieren geht.
Verkauft ein Züchter keine Jungtiere in die Zucht, dann bringt er die Rasse nicht voran.
Verkauft er an andere Züchter, dann verbreitet er die Linie zu sehr.
Hat ein Züchter eine Hündin von einem Züchter, den ein anderer Züchter nicht leiden kann, dann kann der andere Züchter ihn auch nicht mehr leiden.
Verkauft ein Züchter eine Hündin an einen anderen Züchter, den andere Züchter nicht leiden können, können die anderen Züchter den dann auch nicht mehr leiden.
Haben mehrere Züchter keinen Streit miteinander, dann sind sie eine Lobby.
Arbeitet ein Züchter mit anderen Züchtern zusammen, dann kann das ja sowieso nicht lange gut gehen.
Besucht ein Züchter mit seinen Hunden keine Ausstellungen, dann ist es ein Hinterhofzüchter.
Besucht ein Züchter mit seinen Hunden Ausstellungen, dann ist er Ausstellungs- und Pokalsüchtig.
Schreibt ein Züchter auf Mailinglisten, dann will er sich nur in den Mittelpunkt spielen.
Schreibt ein Züchter nichts auf den Listen, dann ist er ein Listenschmarotzer.
Schickt ein Züchter Bilder auf die Listen, dann will er nur Welpen verkaufen.
Schickt ein Züchter Showresultate auf die Listen, dann ist er ein Angeber.
Schickt ein Züchter keine Bilder und keine Showergebnisse auf die Listen sind die Hunde/Welpen entweder krank oder hässlich.
Verkauft ein Züchter für viel Geld, ist er ein Wucherer.
Verkauft ein Züchter für wenig Geld, dann macht er die Preise kaputt.
Verkauft ein Züchter an Anfänger, dann fördert er die Zahl der Zuchtanfänger.
Verkauft er nicht an Anfänger, dann ist er arrogant und hat was gegen Anfänger.
Hat ein Züchter pingelige Verträge, dann sind es Knebelverträge.
Hat ein Züchter Standardverträge, dann sind die nichts wert.
Informiert sich ein Züchter über Rasse und Zucht, und gibt das Wissen auch weiter, ist er ein Angeber.
Informiert er sich und behält das Wissen für sich, ist er ein Egoist.
 
Autor unbekannt
 

 

 Dazu fällt mir schlussendlich noch ein: Was stört es eine deutsche Eiche, wenn ein paar Schweine sich an ihr kratzen...