Tiertagebuch

Wir erleben fast täglich lustige aber auch traurige kleine Geschichten mit unseren Tieren. Daher werden ab jetzt hier kleine Anekdoten aus dem täglichen Leben mit unseren Tieren zu lesen sein.

Viel Spaß dabei.

25.01.05 Spiky und der Wasserhahn
Es war schon ziemlich spät am Abend. Ich war müde und wollte ins Bett. Also ab ins Bad und fertig machen. Dazu gehört natürlich auch waschen *zwinker*.
Als ich den Wasserhahn aufdrehte, sprang unser Siamkater Spike auf einmal auf den Waschbeckenrand. Das gurgeln des Abflusses fand er ja nun zu interessant. Das wollte er unbedingt näher ergründen. Also schnupperte er erst einmal vorsichtig am Wasserstrahl. Dann wagte er sich mit den Vorderpfoten ins Waschbecken hinein. Iiihhhh war das nass! Schnell zog er die Pfoten wieder zurück und schüttelte sie trocken. Er schien einen Moment lang zu überlegen und beschloss dann, daß das Geräusch so interessant sei, daß man dafür auch ruhig nasse Pfoten in Kauf nehmen könnte. Also wieder rein ins Becken und mit der Nase ganz nah an den Abfluss ran. Der Wasserstrahl war nur wenige Millimeter von seinem linken Ohr entfernt. Hat ihn aber nicht weiter gestört. Vorsichtig fuchtelte er mit der Pfote am Abflußsieb herum. Nichts passiert und ne Maus kam auch nicht raus. Also überlegte er sich, daß man ja mal das Wasser, in dem man sowieso schon stand, probieren könne.
Das fand er ja nun ganz toll. Minutenlang schleckerte er das frische Wasser aus dem Waschbecken. Die Hinterbeine auf dem Beckenrand, die Vorderbeine innen drin. Ich hab natürlich Fotos gemacht, weils sonst sowieso niemand glaubt *grins*. Die stelle ich ein, sobald sie fertig sind.
Natürlich wäre Spike jetzt nicht Spike wenn er von da an nicht jedesmal im Waschbecken "parken" würde, wenn jemand den Hahn aufdreht und er es mitbekommt... seufz.
29.01.05

Spiky und die Ratte
Wir haben bei uns im Flur einige Meerschweinchenkäfige übereinandergestapelt, in die neue Meeris in Quarantäne, oder kranke Meeris zur Genesung kommen. Mit dabei steht auch der Rattenkäfig, in dem unsere weibliche Farbratte lebt. Sie ist momentan ein wenig einsam, denn ihre Schwester in vor einigen Tagen an Altersschwäche verstorben.
Jedenfalls steht über dem Rattenkäfig momentan ein leerer Meeri-Käfig. Dessen Tür hatte ich vergessen zuzumachen. Mein überaus erfinderischer Spike fand das natürlich klasse. Endlich mal ein Beobachtungsposten ganz für ihn allein. Unschwer zu erraten, daß er sich natürlich reinlegte und die ganze Sache unheimlich klasse fand.
Nun ja. Der Käfig war frisch gemistet und eingestreut, also sollte er. Ich dachte mir auch nichts dabei, daß er immer hinunter zu meiner Ratte schaute. Um die brauchte ich mir keine Sorgen zu machen, eher dann schon um den Kater, denn mein Rattilie ist äußerst wehrhaft *gg*.

Einige Zeit später rief mich dann mein Mann. Er stand lachend im Flur vor dem Käfigturm. Etwas erstaunt trat ich neben ihn und bemerkte erschrocken, daß das Türchen vom Rattenkäfig offen stand. Mein Blick ging sofort zu Spike, doch der lag ganz friedlich mit halb zugekniffenen Augen immer noch oben im Käfig. Doch was war das? Über Spikes Rücken hinweg schauten mich noch ein paar Knopfaugen an... Und diese Knopfaugen gehörten ganz eindeutig zu Rattilie!
Offensichtlich war es dem Kater wohl zu langweilig und einsam geworden und so hatte er solange mit der Pfote am Törchen herumgeangelt, bis es aufgegangen war und sich Rattilie zu ihm in den Käfig gesellt hatte. Die fand das auch ganz in Ordnung so und war offensichtlich begeistert von ihrem neuen, pelzigen Freund!

Nun waren wir aber nicht sicher, ob sich Spike nicht doch noch seines Katzendaseins besinnen würde und haben ihn und Rattilie wieder getrennt. Sicher ist sicher!

 

Hups hier stand aber lange nichts - nun aber los :-)

28.02.05

Umzug der Minipigs
So - nun war er da, der Tag des Umzugs. Oma, Hunde, Katzen, Ziegen und alle anderen Tiere waren bereits im neuen Zuhause. Nur die Minipigs fehlten noch. Mit Grausen dachten wir daran, was für eine Aufregung es beim letzen Umzug der Schweinchen von ihrem Innen- in den Offenstall gegeben hatte. Eber Pickel war ja schon immer ganz lieb, er machte auch keine Probleme und Schnute war damals noch ein Ferkel, sie konnten wir einfach auf den Arm nehmen. Aber ihre Mutter Penny! Die hatte uns das Leben mächtig schwer gemacht und war kurzerhand mit aufgerissenem Maul und drohend grunzend auf uns losgegangen. Es hatte über zwei Stunden gedauert, bis wir das widerborstige Borstenvieh in sein neues Gehege getrieben hatten.
Vorausschauend hatten wir also dieses Mal einige Helferlein um uns herum versammelt: Juli, ihre Tochter Katharina, Petra und Thomas und schließlich wir beide. Das sollte wohl reichen - dachten wir.
Aus Zaunelementen bauten wir eine Art Gasse vom Gehege bis zur geöffneten Heckklappe des Pferdeanhängers. Da wir aber nicht genügend dieser Elemente hatten, mußten das letzte Stück zum Freigehege hin eben eine menschliche Absperrung her.
Unser Plan war ganz simpel und sah folgendermaßen aus: Ein voller Futtereimer, hungrige Schweine und dann langsam zum und schließlich auf den Hänger gehen. Wir machten also das Tor zum Schweineauslauf auf und die drei Schwarzen kamen auch gleich eifrig angelaufen. Den Blick fest auf ihren Futtereimer geheftet kamen Pickel und Penny auch artig hinter mir her getrotten und ließen sich widerstandslos auf den Anhänger verfrachten. Dort bekamen sie eine ordentliche Ration Futter, damit sie auch oben blieben.
Aber wo war Schnute? In ihrer Aufregung war sie am Tor vorbeigelaufen und rannte jetzt wie in eine Wilde im Gehege hin und her. Durch das immer noch offene Tor traute sie sich jedoch nicht. Mit viel Sprinterei schafften mein Mann und ich es schließlich, sie durch das Tor zu treiben. Jetzt mußte sie nur noch zum Hänger. Doch Schnute hatte andere Pläne. Genau wie damals ihre Mutter raste jetzt auch sie mit aufgerissenem Maul und drohend grunzend auf Petra zu, die sich dieser Attacke nicht gewachsen fühlte, und sich mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit brachte. Jetzt hatte Schnute freie Bahn. Das Ringelschwänzchen hoch erhoben jagte sie im Schweinsgallopp durch unseren Garten. Stefan und ich immer schön hinterher. Zwischendurch grunzte sie immer wieder tief und drohte nach allen Seiten. Unsere Helferlein hielten respektvoll Abstand zu der kleinen "Wildsau". Thomas hielt derweil die beiden anderen auf dem Hänger mit noch mehr Futter in Schach.
Mit einem Affenzahn sprintete Schnute dann plötzlich zurück in das ihr bekannte und vertraute Gehege. Wir verschnauften erstmal und erklärten unseren netten Helferlein, daß die kleine Schwarze nur drohte und niemals zubeißen würde. So ganz glaubten sie uns das dennoch nicht und so drückten wir ihnen Besen, Schaufeln und Mistgabeln in die Hand, mit deren Stielen sie sich notfalls verteidigen sollten *ggg*. Das half. Petra stellte zur optischen Abschreckung noch ein paar blaue Plastikeimer vor sich und wir trieben Schnute wieder aus dem Gehege heraus. Diesmal schaffte sie die Kurve, hinaus in den Gang und Petra knallte die Tür zum Garten hinter ihr zu. Noch einmal drehte sich Schnute um und grunzte drohend, bevor auch sie sich dazu entschloß, auf den Hänger zu marschieren. Geschafft! Auch die Schweine konnten endlich umziehen.
 

01.03.05 Der erste Tag im neuen Zuhause
Wir hatten geschlafen wie die Murmeltiere. Als wir morgens aufstanden, stellten wir fest, daß es in der Nacht wieder geschneit hatte. Alles war unter einer dicken Schneedecke verborgen.
Die Hunde, die in der warmen Küche geschlafen hatten, begrüßten uns freudig. Tür auf und erstmal alle raus zum Gassi machen.
Wie die Irren schossen sie los. Ich zog meine Winterjacke und die Thermoreitstiefel an und ging hinterher. Mit einer kleinen Gruppe Chihuahuas wanderte ich hinüber zu unserem Wäldchen. Die Kleinen tobten ausgelassen im Schnee, sie warfen sich hinein und wälzten sich oder sie versuchten, den Schnee zu fressen. Sogar unsere hochtragenden Hündinnen Motti und Candida frosteten erstmal ihre Babies.
So viel Platz! Das sind meine Schnuffels so gar nicht gewohnt gewesen. Zwar hatten wir vorher auch ein großes Grundstück, doch gegen diese riesen Fläche von 52.000 m² war das nur ein Witz. Die Chis gaben richtig Gas: Die Ohren flach angelegt, die Ruten nach unten gebogen, den Kopf in den Nacken und die Mäulchen geöffnet jagten sie umher, so schnell ihre kleinen Beinchen sie trugen.
Ich stand nur da und beobachtete meine Rasselbande. Froh und glücklich, daß sie sich so wohl fühlten.
02.03.05

Uschi
Als ich an diesem Morgen in den Ziegenstall kam, um meinen Mähs das Frühstück zu bringen, machte ich eine schlimme Entdeckung:
Uschi lag im Stroh und um sie herum drei noch ganz nackte und offensichtlich viel zu früh geborene Zicklein. Natürlich tot.
Traurig sammelte ich die Kleinen ein. Ich würde sie im Wald vergraben. Doch meine Sorge galt jetzt zuerst einmal Uschi - hatte sie die Fehlgeburt gut überstanden? Sie machte einen munteren Eindruck auf mich, war zwischenzeitlich aufgestanden und fraß nun mit den anderen Ziegen zusammen ihr Futter. Auch meinen mitgebrachten Apfelschnitzen stand sie nicht ablehnend gegenüber sondern verspeiste sie mit Genuss.
Offensichtlich fühlte sie sich also nicht schlecht und so beschloss ich, daß es reichen würde, während des Tages mehrmals nach ihr zu sehen.

Das tat ich dann auch und Uschi war topfit. Ich war sehr erleichtert, denn diese liebe Ziege zu verlieren, wäre wirklich schlimm gewesen.

04.03.05 Mottis Überraschung
Heute hatte ich beschlossen, mit der hochträchtigen Motti zusammen nach Quickborn zu meiner Freundin Daggi zu fahren. Sie, die schon jahrelange Erfahrung mit Hundegeburten hat, sollte Motti bei ihrem ersten Wurf hilfreich zur Seite stehen.
Das Baby in Mottis Bäuchlein war putzmunter. Es strampelte wild herum und ich überlegte, ob es sich vielleicht heimlich einen Heimtrainer besorgt hatte (kleiner Spaß).
Gegen Mittag packte ich mir ein paar Sachen zusammen und ging dann in die Küche, um Motti zu holen. Oma saß dort auf der Bank und schnibbelte Fleischwurst um sie an die Hunde zu verteilen. Alle standen mit erwartungsvollen Gesichtchen um sie herum. Nur Motti lag winselnd in ihrem Körbchen und blickte sehnsüchtig zu ihr herüber.
Ich nahm ihre Leine und ihr Halsband vom Haken und stibitzte Oma ein paar Stückchen Fleischwurst. Dann hockte ich mich vor die Hündin und fütterte sie damit. Gierig schlang Motti alles hinunter. Als ich ihr dann das Halsband anlegen wollte, bemerkte ich plötzlich vor ihrem Bauch eine Bewegung.
Sollte sie etwa...??? Tatsächlich - vor ihrem Bauch krabbelte ein kleiner, dicker Hundewelpe herum. Sein Fell war schon ganz trocken, die Geburt schien also schon etwas her zu sein. Keiner von uns hatte etwas bemerkt. Motti hatte weder gehechelt, noch gebuddelt oder geschrien. Kurzum, sie hatte keinerlei Anzeichen gezeigt, daß die Geburt kurz bevorstand. Ich schnappte mir den kleinen Moppel und betrachtete ihn ersteinmal genau. Es war ein kleiner Rüde, wildfarben mit schwarzer Maske, Wolfskrallen hatte er keine und auch sonst schien alles ok zu sein. Kurz auf die Waage gesetzt - 130 Gramm. Ein strammer Bursche.
Motti beobachtete mich ganz genau. Sie schien zu befürchten, daß ich ihr das Baby klauen wollte. Um sie nicht zu beunruhigen, brachte ich sie mitsamt Welpen und Körbchen in unser Schlafzimmer. Dort hatte sie es warm und ruhig.
Danach rief ich bei Daggi an und verkündete ihr, daß Motti geworfen hatte. Sie war zwar etwas enttäuscht, schließlich hatte sie sich bereits darauf gefreut mal wieder eine Geburt zu machen, war aber auch froh, daß alles so gut gelaufen war.
06.03.05 Es war der 6. Tag nach unserem Einzug und wir hatten richtiges Mistwetter. Es stürmte und schüttete wie aus Eimern. Ein richtiger Tag, um den ganzen Tag im Bett zu bleiben. Aber das ging ja nunmal nicht. Also raus aus den Federn.
Zweifelnd warf ich einen Blick aus dem Fenster. Ich glaubte nicht, daß die Chihuahuas bei diesem Regen vor die Tür gehen würden. Normalerweise bevorzugten sie bei solchen Gelegenheiten immer das Katzenklo.
Aber auf einen Versuch kam es an. Ich öffnete die Tür zum Garten und traute meinen Augen kaum. Die ganze Meute tobte begeistert an mir vorbei nach draußen. Das miese Wetter beeindruckte sie nicht im Geringsten. Im Gegenteil - ich hatte Mühe, sie zu überreden, wieder hereinzukommen. Schließlich trudelten sie durchnäßt und schmutzig einer nach dem anderen wieder ein. Ich stand an der Tür mit einem Badelaken parat und trocknete einen nach dem anderen ab.
Während sie sich über ihr frisch aufgefülltes Futter hermachten, durfte ich dennoch erstmal die Küche wischen. Der Boden war von kleinen Hundetapsen übersät.
Schließlich war auch das geschafft und meine Bande hatte sich satt und trocken in die Körbchen gekuschelt und war wieder eingeschlafen.
Endlich konnten auch wir ans frühstücken denken.
14.03.05 Es war in der Nacht vom 13. auf den 14. März als Candida begann, unruhig zu werden. Sie lief die ganze Nacht hin und her und suchte immer wieder das Katzenklo auf.
Ich schnappte sie mir und schaute sie an - den Schleimpfropfen hatte sie bereits vor ein paar Tagen verloren aber noch deutete nichts auf eine baldige Geburt hin.
Am nächsten Tag, dem 14. März, hatten wir vom Hundeverein die Jahreshauptversammlung. Zu der mußten mein Mann und ich unbedingt, denn wir waren Kassenprüfer. Logisch daß Candida natürlich genau an diesem Morgen begann loszulegen. Sie hechelte in einer Tour, buddelte und presste zwischendurch immer wieder. Zwischendurch jammerte und quiekte sie immer wieder vor sich hin.
Ich schnappte mir mein Telefon und rief bei Daggi, die auch 2. Vorsitzende des Vereins ist, an. "Candida legt los", erklärte ich. Sie war nicht im mindesten überrascht. "War doch klar. Pünktlich zur Jahreshauptversammlung." war die trockene Antwort.
Wir beschlossen, erst einmal abzuwarten.
Gegen 9:00 Uhr war dann der Welpe da. Eine Hündin, schwarz-weiß gescheckt und 120 Gramm schwer.
Ich rief erneut bei Daggi an. "Ist denn nochwas drin?" fragte sie. Ich tastete Candis Bauch ab. War mir aber nicht sicher. Sie war so dick und rund, daß ich nicht glauben konnte, daß sie nur einen Welpen getragen hatte.
Auf Daggis Anraten hin rief ich bei Elfie an. Candida war einmal ihr Hund gewesen und sie kannte sie gut. "Bring sie mit, Candida stört das nicht", meinte sie.
Gesagt getan. Wir packten Mutter und Kind samt Körbchen ins Auto auf den Rücksitz und fuhren los. Mein Mann setzte Candi und mich bei Daggi ab und fuhr dann allein ins Büro um die Kasse zu prüfen. Auch Daggi tastete Candida noch einmal ab und auch sie war sich nicht 100%ig sicher, ob da nicht noch ein Welpe war.
Also fuhren Candida und ihre Tochter auch mit in die Gaststätte, in der die Jahreshauptversammlung stattfand. Die Hündin machte jedoch keinerlei Anstalten mehr, noch einen Welpen zu bekommen. Im Gegenteil. Sie teilte sich begeistert mit Daggi deren Bauernfrühstück.
Als die Versammlung schließlich vorbei war, ließen wir Candida zur Vorsicht noch einmal röntgen um festzustellen, ob sie auch wirklich leer war. Und der Tierarzt bestätigte uns dies. Sie hatte wirklich nur diesen einen Welpen getragen.
Auf der Rückfahrt schliefen Candi und ihre Tochter seelig in ihr Körbchen gekuschelt und träumten wahrscheinlich von Bauernfrühstück mit Bratkartoffeln :-)
17.03.05

Dieser Tag sollte einer der schlimmsten in meinem Leben als Hundehalter werden.
Als ich morgens in die Küche kam, fiel mein Blick sofort auf unseren Jeremy, der reglos und merkwürdig steif in seinem Körbchen lag. Ich nahm ihn hoch und verschaffte mir Gewissheit - er war tot. Da er keine Wunden aufwies und die Tage vorher auch noch völlig normal war, kam ich zu dem Schluß, daß er an Herzversagen gestorben sein mußte, denn Jeremy litt von Geburt an an einem Herzfehler.
Traurig rief ich meinen Mann und zusammen mit meiner Oma begruben wir unseren kleinen Liebling unter einer Korkenzieherhasel.

Doch damit sollte es noch nicht überstanden sein. Wie immer tobten die Hunde draußen herum. Obwohl ein leichter Nieselregen eingesetzt hatte, ging sogar Ramona nach draußen in den Garten. Verwundert sah ich ihr nach wie sie auf die Koppel trapselte - Ramona, eine Hündin die sonst kaum hinter dem Ofenrohr hervorkam lief freiwillig durch den Regen? 'Sie macht sich wohl so langsam' dachte ich stolz.
Nach und nach kam die ganze Bande wieder herein. Plötzlich kam mein Mann aufgeregt nach hinten gerannt. "Eine Nachbarin war grade hier. Sie sagte, in der Querstraße läuft ein kleiner grauer Hund herum und sucht verzweifelt den Weg nach Hause. Sie hätte ihn fast gehabt aber da kam ihr Hund angelaufen und der kleine Graue ist weggerannt!"
'Ramona!' schoss es mir direkt durch den Kopf - sie war der einzige graue Hund, den wir hatten. Warum war sie bloß weggelaufen?
Während mein Mann das Grundstück durch die Einfahrt verließ, schnappte ich mir Jana (Ramonas beste Freundin) und ging mit ihr den Weg über die Koppel. Doch wo wir auch suchten - wir fanden keine Ramona.
Niedergeschlagen saßen wir später in der Küche zusammen. Alles Rufen und Locken hatte nichts genützt. Die Kleine war wie vom Erdboden verschluckt.

18.03.05 Die ganze Nacht über hatten wir kaum ein Auge zugetan. Schließlich hatten wir gehofft, daß Ramona in der Nacht allein ihren Weg nach Hause finden würde. Schließlich war unser Dorf mit gerade mal 100 Einwohnern wahrlich nicht groß.
Gegen halb sieben hielten wir es nicht mehr aus. Wir standen auf und suchten noch einmal das ganze Dorf ab. Wieder hatten wir einige Hunde dabei, denn Ramona ist so scheu, daß sie sich kaum anfassen lässt. So hofften wir, daß sie hinter ihren Rudelgefährten herlaufen würde.
Wieder zu Hause, telefonierte ich mit sämtlichen Gemeinden, Tierheimen, Tierpensionen usw. und bat darum, uns zu benachichtigen, wenn irgendwo ein grauer Chihuahua aufgefunden wurde.
Dann setzte ich mich an den Computer und druckte Suchplakate aus.
Den ganzen Tag über suchten wir verzweifelt nach unserer Kleinen. Wir durchstreiften sämtliche Waldstücke und wanderten die Feldwege wieder und wieder auf und ab.
Doch Ramona blieb verschwunden.
22.03.05 Nachdem unsere Suche die ganze Zeit erfolglos geblieben war, setzten wir nun auf eine Anzeige, die wir im Landkreis-Blättchen geschaltet hatten. Doch bis auf einen Anruf, daß an einer Straße ein kleiner brauner buddelnder Hund gesehen worden sei, kam keine Resonanz.
Als wir zu der besagten Straße kamen, war dort auch weit und breit kein kleiner Hund mehr zu sehen. Wir suchten auch dort, riefen und pfiffen aber nichts
23.03.05 Wir waren kurz davor, die Hoffnung, Ramona jemals wiederzusehen, aufzugeben. Seit sechs Tagen war sie nun schon verschwunden ohne daß es auch nur eine richtige Spur von ihr gegeben hatte. In der Zwischenzeit konnte sie, wenn sie denn noch am Leben war, bereits wer-weiß-wohin gelaufen sein.
Es war am späten Nachmittag, als es an der Tür klingelte. Ich saß gerade trübsinnig vor einem Topf Kakao und vergoss ein paar Tränchen ob meiner Kleinen. Mein Mann ging zum Gartentor. Kurze Zeit später kam er wieder zurück - ein kleines, graues, zitterndes Bündel an sich gedrückt. Ich sprang so heftig auf, daß der Tisch wackelte und mein Kakao überschwappte. "Ramona!" schrie ich unter Tränen und nahm meinem Mann die Kleine aus dem Arm. Fest drückte ich sie an mich und konnte vor lauter Glück gar nicht mehr aufhören, zu weinen. Ramona schmiegte sich in meinen Arm - sie war völlig fertig und klapperdürr geworden.
Im Küchenschrank fand ich noch ein Schälchen Hundefutter, das füllte ich ihr in einen Napf und nahm sie erstmal mit in unser Schlafzimmer zu Motti und ihrem Baby. Dort sollte sich Ramona ein wenig erholen und zu Kräften kommen.
Gierig schlang sie dann auch das bisschen Futter herunter und verlangte nach mehr. Doch dem nachzugeben, wäre falsch gewesen - schließlich hatte sie lange nichts zu fressen gehabt und ihr Magen war solche Mengen Futter inzwischen nicht mehr gewohnt. Also lieber alle zwei Stunden kleine Portionen.
Ramona schlief dann auch bald in meine Arme gekuschelt ein. Ab und zu schnaufte sie tief durch, so als ob sie sagen wollte "Endlich wieder zu Hause".
Ich bettete sie in mein Kopfkissen und ließ sie schlafen. Nun wollte ich aber wissen, wo sie gewesen war.
Mein Mann konnte mir diese Frage beantworten: Ein junges Pärchen hatte sie im Nachbarort vom Auto aus entdeckt. Sie war auf einem Feldweg hinter ein paar Vögeln hergejagt und hatte verzweifelt versucht, sich einen zu fangen. Die jungen Leute hatten sie dann eingekreist und schließlich hatte sich Ramona völlig erschöpft auf die Seite fallen lassen. Von der Gemeinde erfuhren ihre Retter dann, wo die Kleine vermisst wurde und brachten sie hierher.
Wir sind unendlich froh, daß wir die kleine Maus wieder haben.
03.04.05 An diesem Nachmittag waren mein Mann un dich dabei, die Eingrenzung des Paddocks für Schorse zu bauen. Plötzlich hörten wir vom Ziegengehege her das wütende Gebell unseres Cherokee. Mein Mann sah nach und rief dann nach mir. Die Ziegen waren ausgebüxt. Sie hatten so lange den Zaun heruntergedrückt, bis sie ganz bequem drübersteigen konnten. Nun wollten sie eigentlich in Ruhe grasen, kamen jedoch nicht dazu, weil die ganze Meute Chis nun kläffend um sie herumtanzte.
Genervt senkten die Mähs einige Male die Hörner gegen die kleinen Hunde, erwischten sie jedoch nicht. Schließlich beschlossen, daß Flucht doch ein besserer Plan sei und galoppierten quer über die Weide, geradewegs auf den Zaun zu. Kurz geduckt und schon waren sie unter durch. Verflixte Mähs! Ich sprang wie ein Irrwisch hin und her und versuchte, die störrische Bande wieder zurückzutreiben. Doch die ewig dazwischenrennenden Chis machten mir einen Strich durch die Rechnung.
Erst als ich sie entnervt anschrie, verzogen sie sich beleidigt ins Haus. Jetzt gelang es mir auch, die Mähs zurück auf die Weide zu treiben. Artig marschierten sie auch wieder gen Gehege doch da kam wieder einmal Cherokee von hinten angedüst und brachte sie dazu, abermals die Richtung zu wechseln.
"Mistkäfer!" keuchte ich verbissen und hechelte erneut hinter den Mähs her. Der kläffende Cherokee immer an meiner Seite.
Nach einiger Zeit und mehreren Sprints und Dauerläufen meinerseits, gelang es mir endlich, die Ziegen wieder zurück in ihr Gehege zu treiben.
Da kam dann auch endlich mein Mann wieder zurück, der die Zwischenzeit damit verbracht hatte, Werkzeug zum Zaun-reparieren zu suchen... Sagt ehrlich - typisch oder???? *ggg*
 

2006

31.03.06 Gestern bin ich um meinen recht großen Gartenteich gewandert, um mal zu sehen, ob auf der anderen Seite auch noch alles in Ordnung ist. Die Hunde können dort nicht hin, denn dort steht ein Zaun, der verhindert, dass sie ständig bei unserem Nachbarn auf dem Hof herumlaufen *g*.

Unser Teich ist acht-förmig angelegt, d. h. in der Mitte hat er eine ca. 1,50 m breite Verjüngung. Hinter dieser stand ich nun. Meine Wuffels auf der anderen Seite.
"Hallo Hundis", rief ich. Allgemeines Bellen war die Antwort, wie konnte ich nur dort drüben stehen? Dann kam Candy, die Chihuahuahündin einer Freundin angerannt. Sieht mich und springt tollkühn ins Wasser.
Zum Glück an der schmalen Stelle. Eifrig paddelt sie los doch in der Mitte verliert sie irgendwie die Orientierung und paddelt nur noch auf der Stelle.
Trotz rufen schwimmt sie nicht weiter.

Ganz toll. Also rein ins Wasser und den Hund rausfischen. Zum Glück ist es nicht allzu tief (ca. 1,10 m). Aber doch seeeehr kalt *schlotter*
Egal. Hund geschnappt und unter meine dicke Jacke gesteckt. Die ist zum Glück trocken geblieben. Und nun wieder raus aus dem Teich - gar nicht so einfach mit einem Hund auf dem Arm und nass gesogenen Klamotten an. Ich komme mir vor, wie eine Wasserleiche. In meinen Schuhen steht das Wasser und sie plitschen und platschen bei jedem Schritt

Zum Glück sind wir schnell im Haus, alle anderen Hunde natürlich hinterher - ist ja auch äußerst interessant (können Hunde eigentlich schadenfroh gucken?).

Meinem ziemlich verdatterten Mann ("was hast Du denn gemacht?") drücke ich Candy in den Arm. Zusammen gehen wir ins Bad (hach - schön warm hier) und während er Candy abtrocknet, kann ich aus meinen nassen Klamotten raus.
Wie ich schon vermutet hatte, ist in meinen Schuhen ein halbes Aquarium. Nur die Fische fehlen noch *grins*. Candy ist schneller trocken als ich. Zusammen kuscheln wir uns schließlich in eine Wolldecke und setzen uns vor den Fernseher ("Schatz, ich hätte sooo gern einen heißen Kakao"). Nach einer Weile wird Candy und mir auch richtig warm - sie hechelt schon, was das Zeug hält.

Irgendwie bin ich total gerührt von der Kleinen. Klar, sie hat sich schon immer gefreut, wenn sie mich gesehen hat, kommt auf mich zugelaufen und hopst glücklich um mich herum. Aber das sie für mich sogar ins Wasser hüpft, das finde ich schon toll...
   
   
   
   

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