Mit freundlicher Genehmigung von Frau Birgit Mengel, Schulenburg

Diabetes beim Hund

 

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) kommt bei Hunden relativ häufig vor. Hunde mit Diabetes können im Allgemeinen mit einer Kombination aus Diätfutter und Insulin-Therapie sehr effektiv behandelt werden.

Diabetes führt zu schweren Störungen im Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen. Hunde können möglicherweise der Nahrung nicht alle Nährstoffe entnehmen, die sie brauchen. Dies führt zu einer Vielzahl von Symptomen, die mit dieser Erkrankung einhergehen: vermehrter Durst, größere Harnmengen und häufigeres Harnabsetzen sowie Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit.

Tieren mit Diabetes fehlt häufig Energie, sie ermüden leicht, ihr Fell ist oft stumpf und sie entwickeln möglicherweise eine Trübung der Augenlinse (Grauer Star). In fortgeschrittenen, manchmal lebensbedrohlichen Stadien der Erkrankung können sich betroffene Tiere in einem sehr schlechten Zustand befinden, erbrechen und / oder das Futter verweigern.

 

Wodurch wird Diabetes verursacht?

 

Teile der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) sind spezialisierte Zellen (Alpha- und Beta-Zellen), die die Hormone Insulin und Glukagon produzieren. Beim gesunden Tier arbeiten diese beiden Hormone zusammen, um den Blutzuckerspiegel in engen Grenzen konstant zu halten. Diabetes tritt auf, wenn gar kein oder nicht genug Insulin produziert wird.

Dies kann zurückzuführen sein auf:

  • Zerstörung der Beta-Zellen (Erkrankung der Bauchspeicheldrüse
  • Zurückbilden der Beta-Zellen (Alterungsprozesse)
  • Mangelnde Fähigkeit des Gewebes, auf  Insulin anzusprechen (Insulin-Resistenz)
  • Anwesenheit anderer Hormone, die die Insulin-Wirkung abschwächen, z. B. männliche und weibliche Geschlechtshormone
  • Fettsucht kann möglicherweise zu einer Erschöpfung der Beta-Zellen und damit zu Diabetes führen.

 

Warum enthält die Diät verschiedene Arten von pflanzlichen Fasern?

 

Bestimmte Arten von Fasern wirken sich bei Diabetes vorteilhaft aus. Fasern in der Nahrung verlangsamen das Tempo der Verdauung und optimieren so eine langsame, gleichmäßige Freisetzung von Zucker in den Blutkreislauf. Eine Mischung von sowohl löslichen, d. h. quellenden, als auch unlöslichen Fasern scheint optimale Effekte zu erzielen.

 

Warum sollte mein Hund sein Gewicht reduzieren?

 

Wenn mein Hund abnimmt, stimuliert dies möglicherweise die Beta-Zellen, wieder Insulin zu produzieren. Dies ist nicht ungewöhnlich und es ist möglich, dass nur noch geringere Mengen Insulin gegeben werden müssen oder die Insulinbehandlung sogar ganz abgesetzt werden kann.

 

Wie senkt Insulin den Blutzuckerspiegel?

 

Insulin senkt den Blutzuckerspiegel auf unterschiedliche Weise:

  • Förderung der Aufnahme des Blutzuckers durch die Körperzellen
  • Aktivierung der Umwandlung des Blutzuckers mit nachfolgender Speicherung in der Leber
  • Hemmung der körpereigenen Produktion von Blutzucker

 

Welche Funktion hat die Bauspeicheldrüse?

 

Die Zellen der Bauchspeicheldrüse produzieren Enzyme, die für die Verdauung notwendig sind und durch den Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse in den Dünndarm gelangen.

 

Wie lange dauert es, bis mein Hund geheilt ist?

 

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) kann nicht geheilt werden. Der Zustand vieler Hunde kann aber erfolgreich stabilisiert werden durch eine Kombination aus Insulin-Behandlung, Diät und gleichmäßiger, körperlicher Bewegung. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es unbedingt nötig, die Empfehlungen der Tierärztin / des Tierarztes genau zu befolgen.

 

Woher weiß ich, wann der Zustand meines Tieres stabil ist?

 

Möglicherweise ist es erforderlich, meinen Hund zur Stabilisierung in stationäre Behandlung zu geben. Dies ermöglicht unter kontrollierten Bedingungen und Einhaltung einer strengen Diät eine genaue Einstellung auf die täglich benötigte Insulinmenge. Ist mein Tier einmal eingestellt und stabilisiert, wird es wieder entlassen. Die Insulininjektionen müssen zu Hause fortgesetzt werden, dies in Verbindung mit einer Diät und einer möglichst gleichmäßigen Routine im Tagesablauf.

 

Wie viel Insulin muss ich meinem Hund geben und wie oft?

 

Meine Tierärztin / mein Tierarzt wird einen Behandlungsplan für mein Tier aufstellen, der folgendes festlegt:

  • Die Insulinmenge, die mein Tier benötigt,
  • Den geeigneten Insulintyp,
  • Zu welcher Zeit Insulin gegeben wird
  • Den besten Fütterungsplan für meinen Hund

 

Fütterung bei Diabetes

 

Eine kontrollierte Ernährung ist bei Diabetes mellitus von entscheidender Bedeutung. Es sei noch einmal gesagt: Eine konsequente Diät ist ein wichtiger Teil der erfolgreichen Behandlung. Die Ernährungstherapie bei einem Tier mit Diabetes zielt darauf ab, durch ein Futtermittel, das für die dauernde Fütterung geeignet ist, ein ideales Körpergewicht zu erhalten. Außerdem sollen mit Hilfe des Diätfuttermittels das Ansteigen des Blutzuckerspiegels nach der Mahlzeit verzögert und Komplikationen, die bei Diabetes auftreten können, vermieden werden.

 

Schlusswort

 

Bestimmt werden Sie sich im Laufe der Behandlungen fragen, ob Ihr Tier unter den Maßnahmen leidet – und ob all diese Veränderungen schlussendlich der Mühe wert sind. Auch hört man im Umfeld von Tierhaltern, deren vierbeiniger Gefährte unter Diabetes leidet, immer wieder unsensible Äußerungen von Mitmenschen, die nicht nachvollziehen können, welche enge Beziehung Hundebesitzer zu ihren Tieren entwickeln können.  Davon sollten Sie sich jedoch nicht beirren lassen. Die Diabetes-mellitus-Therapie ist eine lebensrettende Maßnahme – und selbst wenn es einmal Rückschläge geben sollte: Ihr kleiner Liebling wird Ihre Mühe und Ihren Zeitaufwand ganz sicher zu danken wissen.

Diabetes mellitus ist also bei Hunden zu einer therapierbaren Erkrankung geworden – er ist kein Todesurteil mehr.

 

Eure Birgit Mengel