Hallooooooooo....  uns gibt's auch hier!

Vom edlen Trakehner bis zum knuffigen Mini-Shetty, von 1,70 m bis 80 cm Stockmaß - zwei Warmblüter und vier Ponies leben hier neben den Hunden und Katzen auf dem Hof. Bei so unterschiedlichen Pferdetypen ist natürlich auch die Fütterung individuell. Um das gewährleisten zu können, leben sie in geräumigen Boxen mit anschließenden Paddocks. Offenstall also. Über den Zaun hinweg können sie natürlich alle miteinander Kontakt haben und tagsüber steht die Herde sowieso zusammen. Entweder auf dem großen Wiesenpaddock oder - wenn die Saison eröffnet ist - eben auf der Weide. Da wir keine überdüngte "Wohlstandskoppel" sondern eher eine natürliche Magerwiese haben, ist das auch für die leichtfuttrigen Ponies kein Problem.


Sylvester, Schimmel-Wallach von Singapur (russ. Trak.) aus der Itona (engl. VB), russischer Trakehner, geboren 1994, Stm. 1,70 m 
Spitzname "Ditschi", unser absoluter Professor. Früher erfolgreich in Dressuren bis zur Klasse L sagt er auch zu einem Parcours nicht nein, ebenso wenig wie zu einem Geländeritt. Dabei immer absolut ehrlich und zuverlässig hat er sich einen großen Platz in meinem Herzen gesichert. 


Fran Fine, Dunkelfuchs-Stute (Fuerst Friedericus - Friedericus Rex - Kolibri), Deutsches Reitpferd (ZfdP), geboren 2007, 
Stm. 1,61 m

Sie beeindruckt durch ihre absolute Gelassenheit in allen Lebenslagen. Unerschrocken und fast schon stoisch geht sie durch's Leben. Dabei stets freundlich und lernwillig befindet sie sich auf dem Ausbildungsstand der Klasse A in Dressur und Springen. Aufgrund einer alten Verletzung und ihres Daseins als Freizeitpferd reicht das auch vollkommen aus.


Ramons Brown Spankled Georgy, Braunscheck-Wallach von Ramon (Pinto) aus der Whoopi (Arabo-Haflinger), Pinto / Kl. Reitpferd (ECHA), geboren 1999, Stm. 1,43 m

Spitzname "Schorse", seit dem Alter von 9 Monaten in meinem Besitz und im Laufe der Jahre zu einer solchen Einheit mit mir verschmolzen, dass wir förmlich gegenseitig unsere Gedanken lesen können. Temperamentvoll, sensibel, dabei aber auch unerschrocken und absolut zuverlässig geht er sowohl eine kleine Dressur als auch einen kleinen Parcours. Seine wahre Berufung hat er aber im Gelände, auf Distanzritten oder Reiter-Ralleys gefunden. "Immer voran" ist seine Devise. Gemütliches Bummeln ist nichts für meine kleine Rennmaschine.


Rachel, Braunschabracktiger-Stute von Andy aus der Richie, Kleines Dt. Reitpony (ZfdP), geboren 2000, Stm. 1,20 m

Eine energische, kräftige Ponydame, die aufgrund eines Hufrolle-Befundes ihre Laufbahn als Reit- und Kutschpony beenden musste. Mittlerweile kann sie wieder barhuf laufen und hatte in der ganzen Zeit seit sie hier ist keinerlei Probleme mit ihren Hufen. Sie begleitet Schorse und mich als zuverlässiges und unerschrockenes Handpony mit ins Gelände, was beide Pferde sehr genießen.


Karlchen Schlüsselburg, Brauntigerscheck-Wallach, Mini-Shetland-Pony, geboren 1998, Stm. 90 cm

"Kalle" ist ein Clown, der ein großes Hobby hat: Fressen! Um seiner dementsprechenden Wohlstandskugel ein wenig entgegenzuwirken (Shettybesitzer wissen, dass das sowieso meist ein hoffnungsloses Unterfangen ist), musste ich mir einiges einfallen lassen. Denn wenn schon arbeiten, dann doch bitte abwechslungsreich. Kalle geht vor dem Sulky, ist inzwischen auch sehr gut longiert und macht gern Bodenarbeit. Leider macht seine Dämpfigkeit effektives Arbeiten schwierig. Aber wir versuchen unser Bestes.


Strandstuff Slade, Schimmel-Wallach, von Speckle of Berry, aus der Petal of Hoversta, Mini-Shetland-Pony, geboren 1992, Stm. 80 cm

Spitzname "Fridolin", im zarten Alter von 6 Monaten wurde Slade über die Aberdeen Sales in Schottland nach Holland verkauft. Von dort aus kam er dann - immer noch Hengst - nach Deutschland. Hier wechselte der kleine Kerl mehrfach seine Besitzer, wurde zwölfjährig gelegt und landete schließlich als "Rasenmäher" in einer Baumschule. Dort war man wohl nicht immer sehr freundlich zu ihm, er hat bis heute Probleme mit Männern und Stielen und Stöcken aller Art und ist generell vorsichtig und lieber etwas zurückhaltender. AUSSER es gibt Futter. Dann ist er hoch motiviert und verleiht seinem grooooßen Hunger durch energisches Brummeln Ausdruck.


Meine Liebe zu Pferden begann früh, kaum, dass ich laufen konnte, wurde ich von meinen Großeltern bereits auf ein Pony gesetzt und damit war es geschehen: Der Pferde-Virus hatte mich befallen. Unheilbar. Und das ist gut so.

Im Laufe meines Lebens habe ich viele Pferde und Ponies kennengelernt. Einige haben sich heimlich, still und leise in mein Herz geschlichen. Nicht alle von ihnen haben auch mir gehört. Es waren durchaus auch Schulpferde eines Reitvereins oder von Ferien- oder Reiterhöfen dabei. Doch sie alle haben eines geschafft: meine Liebe zu diesen wundervollen Tieren weiter zu festigen und zu vertiefen. Mir beizubringen, demütig anzuerkennen, was sie für uns Menschen zu leisten bereit sind, was sie ertragen können (und oftmals leider auch müssen).

Die meisten dieser Pferde sind alters- oder auch krankheitsbedingt nicht mehr am Leben. Einige erfreuen sich allerdings noch bester Gesundheit, dürfen aber trotzdem mit in diese Galerie. Für mich gilt eigentlich: Wenn ich einmal die Verantwortung für ein Pferd übernommen habe, dann bleibt es auch bis zu seinem letzen Atemzug hier auf dem Hof. Und seinen letzten Weg, den gehen wir dann gemeinsam. In aller Ruhe, ohne Angst, ohne Stress. Hier auf dem Hof in gewohnter Umgebung, begleitet von unserer fachkundigen Tierärztin und den vertrauten Personen, bekommen sie ihr Spritzchen und gehen schmerzfrei und ohne Horrorgeschichten über die Regenbogenbrücke. Auch, wenn es mir immer wieder schwer fällt, eine solche Entscheidung zu treffen, bin ich doch bei all dem sehr realistisch eingestellt. Was möglich ist, wird versucht. Aber kein Pferd muss sich hier quälen, nur aus einem falschen Tierschutzgedanken heraus. Trotzdem stellt man manchmal einfach fest, dass es mit einem Pferd / Pony einfach nicht "passt". Das war bei Merlin und auch bei Galahad der Fall. Beide haben ein tolles neues Zuhause gefunden, in dem sie es wirklich super getroffen haben. Merlin ist zu Kristin gezogen und Galahad ist Schulpony bei lieben Freunden auf dem Essinger Hof geworden.

Auch viele Pferdeleute haben im Laufe der Jahre meinen Weg gekreuzt und mir Wissen vermittelt. Nicht immer nur positiv. Doch aus allem kann man lernen. Und sei es nur, wie man es nicht machen möchte. Es waren allerdings auch wirkliche Kenner dabei. Pferdeleute der alten Schule, deren Wissen man aufsaugen sollte, wie ein Schwamm - so lange es noch geht. An dieser Stelle ein Danke! dass Ihr Euer Wissen mit mir teilt.

Hier ist sie also nun - eine kleine Galerie mit verschiedenen Pferde- und Ponypersönlichkeiten, die ihre mehr oder weniger großen Hufspuren in meinem Herzen hinterlassen haben:

 

Hier geht es übrigens zu der bewegenden und nachdenklich machenden Geschichte von Nobelwind